Datenschutz-Präferenz

Wir benötigen Ihre Einwilligung, bevor Sie unsere Website weiter besuchen können.

Wir verwenden Cookies und andere Technologien auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern. Personenbezogene Daten können verarbeitet werden (z. B. IP-Adressen), z. B. für personalisierte Anzeigen und Inhalte oder die Messung von Anzeigen und Inhalten. Weitere Informationen über die Verwendung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Es besteht keine Verpflichtung, in die Verarbeitung Ihrer Daten einzuwilligen, um dieses Angebot zu nutzen. Bitte beachten Sie, dass aufgrund individueller Einstellungen möglicherweise nicht alle Funktionen der Website verfügbar sind.

PräferenzenNur essenzielle akzeptierenAlle akzeptieren

RETech-Studienreise nach Indonesien: Fachdialoge zur Abfall-und Kreislaufwirtschaft vor Ort

Projekt

Anfang Dezember 2025 organisierte German RETech Partnership e.V. (RETech) eine mehrtägige Studienreise nach Indonesien, um gemeinsam mit deutschen und indonesischen Akteuren zentrale Fragestellungen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft zu diskutieren. Ziel der Reise war es, bestehende Rahmenbedingungen besser zu verstehen, Praxisbeispiele kennenzulernen und mögliche Ansatzpunkte für Kooperationen und Folgeprojekte zu identifizieren.


Titel:

Studienreise Indonesien

Region:

Asien/Indonesien/Jakarta

Laufzeit:

September 2025 – Dezember 2025

Partner:


Tag 1 – Einordnung des Marktes und Rolle der Zementindustrie (01.12.2025)

Der offizielle Auftakt der Studienreise erfolgte mit einem Indonesia Country Briefing, das einen umfassenden Überblick über die politischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der indonesischen Abfallwirtschaft bot. Dabei wurde deutlich, dass steigende Abfallmengen auf eine weiterhin unzureichende Infrastruktur treffen und insbesondere Kommunen unter hohem Handlungsdruck stehen.

Ein zentrales Diskussionsthema waren die Local-Content-Vorgaben (TKDN), die für ausländische Anbieter eine wesentliche Markteintrittshürde darstellen. Gleichzeitig wurde aber auch herausgearbeitet, dass bei integrierten Projekten – insbesondere im Anlagenbau – eine Erfüllung dieser Vorgaben grundsätzlich möglich ist.

Am Nachmittag folgte ein virtueller Austausch mit Indocement (Heidelberg Materials). Im Mittelpunkt stand die Rolle der Zementindustrie bei der Nutzung von Ersatzbrennstoffen (RDF/SRF). Diskutiert wurde insbesondere, unter welchen Voraussetzungen qualitätsgesicherte Brennstoffe eingesetzt werden können und welche Anforderungen Industriepartner an Vorbehandlung, Qualitätssicherung und Lieferstabilität stellen. Die Gespräche machten deutlich, dass hier grundsätzlich Kooperationspotenziale bestehen, jedoch eine funktionierende vorgelagerte Abfallwirtschaft entscheidend ist.

Tag 2 – Einblicke in die Praxis: E-Waste und Batterierecycling (02.12.2025)

Der zweite Reisetag war einem Standortbesuch bei PT Mukti Mandiri Lestari in Purwakarta gewidmet. Die Delegation erhielt dort direkte Einblicke in die Demontage, Aufbereitung und stoffliche Verwertung von Elektroaltgeräten. Neben technischen Aspekten standen insbesondere Fragen der Materialverfügbarkeit, des informellen Sektors und der regulatorischen Einordnung von E-Waste im Fokus.

In den anschließenden Gesprächen wurde deutlich, dass weniger der Zugang zu Technologie als vielmehr rechtliche Rahmenbedingungen und verlässliche Stoffströme zentrale Herausforderungen darstellen. Großes Interesse bestand zudem am Thema Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) sowie an künftigen Strukturen für das Batterierecycling, insbesondere im Zusammenhang mit dem stark wachsenden Markt für Elektromobilität in Indonesien.

Tag 3 – Fachdialoge und sektorübergreifender Austausch (03.12.2025)

Am dritten Tag nahm die Delegation am Circular Economy Forum teil, das gemeinsam von GIZ und EKONID (AHK Indonesien) organisiert wurde. Das Forum brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Projekten zusammen und bot einen breiten Überblick über laufende Initiativen und strategische Zielsetzungen Indonesiens im Bereich Kreislaufwirtschaft.

In den Diskussionen wurde insbesondere auf Datenlücken, geringe Sammelquoten und bestehende Umsetzungsdefizite in nationalen Strategien hingewiesen. Gleichzeitig wurde der Bedarf an Pilotprojekten betont, die realistische technische und wirtschaftliche Lösungen demonstrieren können.

Am Nachmittag folgten vertiefende Gespräche mit indonesischen Fachverbänden, in denen sich ein starkes politisches Interesse an großskaligen Waste-to-Energy-Lösungen zeigte. Aus Sicht der Delegation wurde jedoch kritisch diskutiert, unter welchen technischen, wirtschaftlichen und betrieblichen Bedingungen solche Konzepte tatsächlich tragfähig sind.

Tag 4 – Finanzierung und Förderperspektiven (04.12.2025)

Der vierte Tag stand im Zeichen der Finanzierung von Abfall- und Kreislaufwirtschaftsprojekten. In einem Austausch mit der KfW in Jakarta wurden mögliche Förder- und Finanzierungsansätze, Investitionsabsicherung sowie bestehende Herausforderungen diskutiert.

Dabei wurde deutlich, dass derzeit eine hohe Unsicherheit hinsichtlich Projektpipelines, Gebührenstrukturen und langfristiger Wirtschaftlichkeit besteht. Gleichzeitig wurde betont, dass eine frühzeitige Verzahnung von technischer Projektplanung, Finanzierung und politischer Rahmensetzung entscheidend ist, um tragfähige Projekte zu ermöglichen.

Fazit und Ausblick

Die Studienreise vermittelte ein differenziertes Bild des indonesischen Abfallsektors und machte deutlich, dass technologische Lösungen allein nicht ausreichen. Entscheidend sind vielmehr systemische Ansätze, realistische Finanzierungsmodelle und eine enge Abstimmung zwischen öffentlichen und privaten Akteuren.

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Pilotprojekten, weiteren Fachdialogen und möglichen Folgeaktivitäten zwischen deutschen und indonesischen Partnern. Die Ergebnisse der Reise wurden abschließend im Rahmen eines digitalen Wrap-Up-Meetings zusammengefasst und diskutiert.

Lassen Sie uns gemeinsam nachhaltige Projekte realisieren!

Kontaktieren Sie uns, um mehr über unsere Unterstützung bei der Projektanbahnung und -entwicklung zu erfahren.

Beatrice Decker

Leitung Internationale Beziehungen & Projektengineering