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Indus Eco Partners: Zwischen deutscher und indischer Geschäftskultur

RETech x Eco Indust Partners

Brijesh Patel, Geschäftsführer von Indus Eco Partners, bewegt sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen deutscher und indischer Wirtschaft und unterstützt Partner auf beiden Seiten dabei, einander besser zu verstehen. Als RETech-Mitglied seit den Anfängen des Netzwerks hat er erlebt, wie die Mitgliederzahl von einer Handvoll aktiver Unternehmen auf heute über 50 Mitglieder gewachsen ist. Gleichzeitig hat er beobachtet, wie sich das Interesse Indiens an deutscher Expertise im Bereich Kreislaufwirtschaft von erster Neugier hin zur konkreten Umsetzung entwickelt hat. Im Vorfeld der IFAT India gibt er Einblicke in diesen Wandel.

Was braucht es, um deutsche und indische Unternehmen erfolgreich zusammenzubringen?

Meine Arbeit hat mehrere Ebenen. Ich bringe Menschen zusammen, gleiche Erwartungen ab und übersetze nicht nur Sprache, sondern auch Geschäftskultur. Ich unterstütze deutsche und indische Partner dabei, die Entscheidungswege, Kommunikationsstile sowie technischen und wirtschaftlichen Erwartungen der jeweils anderen Seite besser zu verstehen.

Das Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen, Klarheit zu schaffen und gute Partnerschaften in erfolgreiche Geschäftsergebnisse für alle Beteiligten zu überführen.

Welche Annahme mussten Sie im Laufe Ihrer Arbeit überdenken?

Lange Zeit bin ich davon ausgegangen, dass Geschäftsentscheidungen einem linearen und klar strukturierten Ablauf folgen. Deutsche Unternehmen erwarten häufig einen eindeutigen Plan und einen dokumentenbasierten Prüfungs- und Entscheidungsprozess. In Indien hingegen werden Entwicklungen oft stärker durch persönliche Beziehungen, Flexibilität und sich verändernde Rahmenbedingungen geprägt.

Keiner der beiden Ansätze ist dem anderen überlegen. Entscheidend ist, den jeweiligen Kontext zu verstehen: Vertrauen aufzubauen, Erwartungen abzustimmen und zu erkennen, wann Struktur wichtig ist und wann Flexibilität gefragt ist.

Wie hat sich RETech verändert, seit Sie dem Netzwerk beigetreten sind?

Ich habe erlebt, wie sich RETech von einem Netzwerk, das in erster Linie deutsche Technologieanbieter fördert, zu einer Plattform für internationale Zusammenarbeit entwickelt hat. Der Fokus hat sich von der Vermarktung von Technologien hin zum Aufbau von Partnerschaften und zum Austausch von Erfahrungen aus anderen entwickelten Märkten verlagert.

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen verdeutlicht diesen Wandel. Im Jahr 2015 hatten wir drei oder vier aktive Mitglieder. Heute zählt RETech mehr als 50 Mitglieder. In Indien hat sich das anfängliche Interesse an deutscher Expertise zu konkreter Umsetzung entwickelt, nicht nur im Bereich Technologie, sondern auch bei Standards, Qualität, Ressourceneffizienz und langfristig nachhaltigen Lösungen.

Eine verlässliche Brücke zur richtigen Expertise

Beratung basiert auf Beziehungen, und für mich ist RETech zu einer verlässlichen Brücke zur passenden Expertise geworden. Im Arbeitsalltag hilft mir das Netzwerk dabei, indische Akteure mit zuverlässigen deutschen Technologieanbietern zusammenzubringen, die richtigen Fachleute in Diskussionen einzubinden und auf beiden Seiten eines Projekts Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen.

Was ist dieses Jahr anders auf der IFAT India?

Vor drei Jahren habe ich auf der IFAT India vor allem nach Technologien und Unternehmen Ausschau gehalten, die Potenzial für den indischen Markt haben. Dieses Jahr liegt mein Fokus auf Lösungen, die sich im großen Maßstab umsetzen lassen. Die Diskussion hat sich von der reinen Technologiepräsentation hin zu Leistung, Wirtschaftlichkeit, lokaler Fertigung und langfristigem Betrieb entwickelt.

Die Erzeugung von Bio-CBG aus kommunalen Abfällen gehört zu den größten Chancen, die sich in den vergangenen Jahren in Indien eröffnet haben. Ich beobachte besonders aufmerksam, welche internationalen Lösungen erfolgreich an die indischen Rahmenbedingungen angepasst werden und messbare Ergebnisse erzielen.

Mein Rat für Erstbesucher der IFAT India

Wer die IFAT India zum ersten Mal besucht, sollte sie nicht nur als Messe, sondern vor allem als Plattform für den Aufbau von Beziehungen verstehen. Identifizieren Sie bereits vor Ihrer Anreise die Menschen, die Sie treffen möchten, besuchen Sie die Fachveranstaltungen und nehmen Sie sich Zeit, den indischen Markt und seine Herausforderungen besser kennenzulernen.

Der eigentliche Mehrwert entsteht oft in den Gesprächen zwischen den Terminen. Dort ergeben sich häufig Kontakte zu potenziellen Partnern, Kunden und Geschäftsmöglichkeiten, die sich allein durch einen Rundgang über die Messe nicht erschließen würden.

Was würde die diesjährige IFAT India für Sie erfolgreich machen?

Ein echter Erfolg geht über die Anzahl vereinbarter Gespräche hinaus. Ich würde mir eine stärkere Zusammenarbeit deutscher Organisationen wie GIZ, KfW und der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung mit deutschen Technologieunternehmen wünschen, um gemeinsam Leuchtturmprojekte in Indien zu entwickeln. Werden diese Projekte erfolgreich im großen Maßstab umgesetzt, könnten sie als Vorbild für weitere Vorhaben im ganzen Land dienen.

Genau daran möchte ich auf der diesjährigen IFAT India arbeiten: Gespräche in konkrete Projekte zu überführen, die sichtbar umgesetzt und an anderen Standorten wiederholt werden können.

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Treffen Sie Brijesh Patel und weitere RETech-Mitglieder auf der IFAT India. Besuchen Sie RETech im Deutschen Pavillon, Halle 3, Stand C021B.